• Fudai

    Unsere nächste Strecke war wieder eine kurze, denn die Rastmöglichkeit auf diesem Weg ist nicht sehr gleichmäßig verteilt. Wir waren unterwegs vom Fudai Bahnhof zum Tanohata Bahnhof mit Zwischenstop im Kurosakisou-Hotel.

    Auf unserem Weg in Taneichi sind wir auf diesen singenden Mönch getroffen.
    Die Bahn mit der wir nach Fudai gefahren sind hat regelmäßig Durchsagen zu den Sehenswürdigkeiten auf dem Weg gemacht und hat sogar gelegentlich angehalten, damit die Fahrgäste Fotos machen konnten.

    Auf dieser Strecke ist der Weg definitiv weniger gut ausgebaut als bei unserem ersten Trip und wir mussten einen Teil des Weges über eine Autostraße ohne Bürgersteig laufen, was wir erstmal nicht so gut fanden.

    Die Jorougumo (Jorou-Spinne – Trichonephila clavata) haben wir in Fudai das erste mal bemerkt – Charlies Hand ist etwa 30 cm vom Netz entfernt. Außerhalb von Hokkaido kommen diese Spinnen überall in Japan vor, aber hier in Iwate haben wir mit Abstand die größten Exemplare gesehen und weil es auch so viele von ihnen gab und wir oft unter ihnen durchlaufen mussten, dachten wir, es sei nur eine Frage der Zeit, bis Jörg einer von ihnen mit dem Gesicht zuerst ins Netz läuft. Zum Glück ist die Befürchtung nie eingetreten – puh!
    Hier sieht man gut den starken Sexualdimorphismus – das kleine Männchen bemerkt man erst gar nicht! Trotz ihrer imposanten Größe und beunruhigenden Färbung sind die Spinnen für Menschen ungefährlich. Ihre Giftzähne sind schwach, sodass sie Menschen nur selten beißen und ihr Gift ist weitgehend ungefährlich, wenn auch schmerzhaft.
    In Fudai gibt es eine Flutmauer, die in echt sehr eindrucksvoll war, aber auf dem Bild nicht ganz rüberkommt.
    Dieses Gebiet stand wegen des Tsunamis, der auf das Touhoko Erdbeben von 2011 gefolgt ist, komplett unterwasser.
    Diese Markierung zeigt an, bis wohin das Wasser gekommen ist. Die Mauer wurde zwar überflutet, aber konnte die Welle so abschwächen, dass die Stadt von den größten Schäden verschont blieb und nur eine Person, die sich außerhalb der Mauer befand, ums Leben gekommen ist.
    Über dieses Schild haben wir noch wochenlang gewitzelt

    Aber es waren nicht viele Autos unterwegs und als wir an den “offenen” Tunneln ankamen, war unsere leichte Unmut sofort verflogen. Den ersten Tunnel mussten wir noch neben den Autos laufen, aber alle Tunnel danach, waren auf der Meerseite nicht vollständig geschlossen, sondern hatten ein offnes Säulenkonzept. als Fußgänger konnte man einfach durch die Säulen hindurch auf den danebenliegenden Weg gehen und hatte eine wunderschöne Sicht auf den Ozean.

    “Zutritt Verboten – auf dem Wellenbrecher darf man weder angeln noch spielen!”

    Der Weg zu unserem Hotel war relativ einfach zu laufen, mit wenig Anstiegen und vielen schönen Aussichten.

    ein fotogener Kormoran
    Auf dem Weg ging es auch durch einen coolen Tunnel – ein kleiner Vorgeschmack auf den nächsten Tag.
    frei zugängliche Kunst in einem Pausenraum am Strand

    Im Hotel angekommen wurden wir an der Rezeption wegen des Essens gefragt und wir erwähnten, dass wir vegetarisch leben und man sagte uns, dass das jetzt blöd wäre und wir das hätten früher anmelden sollen, obwohl wir es direkt in unsere Reservierung vor 2 Monaten geschrieben hatten (auf Englisch und Japansich!) und das sogar auf dem Zettel, den der Rezeptionist ausgedruckt vorliegen hatte, sehen konnten. Nach diesem Dämpfer einigten wir uns darauf, dass wir halt einfach irgendwas bekommen würden, aber da das Hotel relativ teuer war, waren wir schon etwas genervt. Wenn sie einfach gesagt hätten “Ne, vegetarisch geht halt nicht”, wäre das die eine Sache gewesen aber zu sagen “Ah, das hätten sie früher anmelden müssen”, fanden wir schon dreist. Das Essen, das wir dann tatsächlich gekriegt haben, war aber gut (und sogar größtenteils vegetarisch, nur die Suppe hatte ein bisschen Kamaboko (verarbeiteter Fisch) drin) und wir sind satt geworden, was erstmal die Hauptsache war.

    Es gab viele Gezeitentümpel, in denen wir ein paar superschöne Seesterne entdeckt haben.

    Vor dem Essen sind wir in den Onsen gegangen, der ein absolutes Highlight ist – mit unverstelltem Blick auf das Meer und einem kleinen weißen Leuchtturm. Wir waren froh, dass wir so früh angekommen sind, sodass wir auch noch etwas sehen konnten, denn die Sonne geht bereits um 17 Uhr unter und dann ist das Meer gleich viel weniger interessant anzuschauen.

    unser Zimmer in Kurosakisou

    Der Rezeptionist hat uns auch gefragt, wann wir frühstücken wollten und wir haben ihm erklärt, dass wir am nächsten Tag von hier zum Tanohata Bahnhof über den Michinoku-Trail laufen wollten und wie lang das erfahrungsgemäß dauern würde. Wir haben natürlich auf Japanisch gefragt und ausdrücklich “Tanohata Eki” (also Bahnhof) gesagt. Und er meinte, dass dauere zwischen 4 und 6 Stunden. In unserem Plan war viel mehr Zeit dafür angesetzt und wir entschieden spontan, anderthalb Stunden später loszugehen, wenn die Strecke nur so kurz zu sein scheint…

    In Japan liegen ab und zu riesige Fischernetze auf dem Boden.
    Kommentare (2)

    2 Kommentare zu „Fudai“

    1. Avatar von Heike Lehr
      Heike Lehr

      hey, wieder sehr tolle Fotos. Die Spinne hat eine interessante Zeichnung
      und der Kormoran hat auf euch gewartet 😉
      Habt ihr erfahren, warum die Fischernetze auf dem Boden liegen?

      Gruß Heike

      1. Avatar von Charlie
        Charlie

        Haben wir nicht! Gab es aber immer mal wieder. Vielleicht werden sie ab und zu zur Sichtung und Reparatur ausgebreitet? Aber warum dann da niemand ist, der sich aktiv das Netz anschaut? Keine Ahnung.

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  • Hachinohe

    Unsere erste Wanderstrecke (02.10.), war der Weg, der auf der Michinoku-Trail Website als “Tanesashi-Coast” gelistet ist.

    Dieser Automat verkauft Knoblauchsaft.
    Auf dem Weg zu unserem Startpunkt sind wir an diesem völlig verrosteten Industriegebäude vorbeigekommen. Diese Zeugen einer verflossenen Ära sind leider sehr häufig in Japan.

    Wir sind von unserem Hotel aus erstmal zum Kabushima Schrein gewandert, was der Start- oder Endpunkt des gesamten Weges ist. Weil wir wussten, dass unsere Strecke zum Okuki-Bahnhof nicht so lang sein würde, haben wir uns die Zeit genommen, den Zauber zu vollführen und den Schrein 3 mal zu umrunden und die Glocke zu läuten. Außerdem haben wir uns einen süßen Möven Glückbringer besorgt und sind also guter Dinge in den Trail gestartet.

    Wie immer freuen wir uns über die verspielten Seiten Japans.

    Die Wege sind die meiste Zeit gut ausgebaut, nur manchmal geht es etwas über den Strand. Man kann sich allerdings kaum verlaufen, weil immer wieder kleine Holzpfeiler kommen, die einem zeigen, dass man noch richtig ist. Der Weg ist absolut für Anfänger geeignet und bietet wunderschöne Aussichten auf den Pazifik.

    Hier war einer der kurzen Streckenabschnitte, in denen der Weg nicht ganz klar war und es wirkte, als müssten wir durch Privatgelände spazieren.
    Eine kleine Kiefer wächst mitten aus dem Felsen
    Hier werden die teilweise riesigen Tetrapoden aus Beton in ihre Form gegossen.
    Der Felsen sieht fast so aus, als hätte man ihn gemauert.

    Während wir gelaufen sind, war es zwar etwas bewölkt, aber erst, als wir etwa 50 m vor dem Bahnhof waren, hat es angefangen zu regnen. Und die dunklen Wolken haben sich sehr passend zum Pazifik und den rauen Steinen angefühlt.

    Ein bisschen ab vom eigentlichen Pfad (aber ausgeschildert) liegt eine Einsiedlerhöhle, die früher zum Meditieren genutzt wurde…
    …die Aussicht ist gut!

    Auf der Strecke ist ein Aussichtspunkt, bei dem wir Pommes kaufen konnten (leider nicht das Gemüsecurry, denn das enthält selbstverständlich Fleisch und auf unsere Frage hin, ob es vielleicht vegetarisch sein könnte, hat die Bedienstete die Augen gerollt…) und kurz andere Menschen gesehen haben. Die restliche Strecke über waren wir fast komplett allein! Auf diesem Trail fühlt es sich so an als hätte man ganz Japan für sich. Aber wird würden auch empfehlen, wenn man tatsächlich allein unterwegs ist, jemandem Bescheid zu sagen, dass man den Weg läuft und wenn man sich nicht in x Stunden zurückmeldet, man am besten jemanden informiert, denn wenn einem auf diesem Weg etwas passiert, ist es gut möglich, dass erst in 1-2 Tagen wieder jemand vorbeikommt, der einen findet.

    Süße Schlangen hingegen kreuzen hier immer wieder mal den Weg : )
    die einzigen beiden Menschen die wir im Meer gesehen haben (das Wetter war aber auch wie man sieht sehr windig)
    Kommentare (2)

    2 Kommentare zu „Hachinohe“

    1. Avatar von Heike Lehr
      Heike Lehr

      Wieder eine sehr interessante Strecke.

      Die Meeresbilder sind sehr ausdrucksstark, gerade weil das Wetter nicht so sonnig war.

      Die Tierbilder liebe ich; es sind so spannende und seltene Momente 🙂

      Ihr solltet eure Finger nicht in “Unbekanntes” stecken 😉

      Gruß

      Heike

    2. Avatar von Elvira
      Elvira

      Die geschwungenen Bäume und überwachsenen Felsen am Strand fügen sich zu wunderschönen Landschaften zusammen, die bestimmt aus ganz vielen Blickwinkeln einfach nur beeindruckend wirken 😊

      Die Meditationsnische sieht interessant aus 😯

      Und immer wieder Möwen 😄

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  • Essen in Hokkaido

    Wir sind Vegetarier*innen und haben deswegen erschwerte Bedingungen, in Japan etwas zu essen zu finden, wenn man sich außerhalb der großen Metropolregionen befindet. Für alle nicht Vegetarier könnten wir wahrscheinlich alles empfehlen, es gibt hauptsächlich Fisch und verschiedene Speisen in denen Speck ist und wir sind sicher, dass das alles super schmeckt, aber für alle denen es ähnlich geht wie uns, möchten wir ein paar Tips zusammenfassen.
    Am besten ihr sucht euch eine Unterkunft in der ihr frisches Gemüse selbst zubereiten könnt. Ansonsten ist an so ziemlich allem Tier.

    Hier ist übrigens auch der grüne Smoothie zu sehen, den 7eleven im Gefrierfach verkauft. Man mixt ihn sich frisch vor Ort und es ist eines der wenigen Getränke, die Charlie in Japan nicht zu süß findet.

    Lasst euch nicht von Vegetarisch wirkenden Speisen austricksen! In den meisten Produkten ist Hühnerbrühe, Speck, Bonitoflocken, Rinderextrakt und Gelatine auch wenn man es vielleicht nicht sieht. Hier zum Beispiel haben wir in der Hast ein paar eingelegte Gurken gekauft. Wir hatten seit langem nichts gegessen und wenig Zeit, also haben wir hier nicht genau aufgepasst – im Dressing der Gurken sind natürlich Bonitoflocken (Katsuobushi).

    Wir haben ein Sakuramochi (eine Süßspeise) gesehen, in dem Fischprotein war. Und oft fühlen sich die unvegetarischen Zugaben komplett unnötig an. Wir hatten eine Packung Instantnudeln in er Hand, in der Gelatine war. Warum? Veganer haben kaum Chancen, etwas fertiges zu essen kaufen zu können. Wir haben ein Baguette gekauft, das zwar ähnlich weich wie Toast war, aber anstonsten ungefähr wie ein deutsches Supermarkt-Baguette geschmeckt hat. In Deutschland würde so ein Baguette aus Mehl und Wasser bestehen, ein bisschen Hefe, Backtriebmittel, Emulgatoren und Konservierungsstoffe. In Japan enthält das Baguette zusätzlich Ei und Milch. Als wär’s ein Kuchen.
    Der 7eleven verkauft nominell vegetarische (sogar vegane) Produkte: Onigiri mit eingelegter Pflaume und mit Algen. Auch im Inari-Sushi konnten wir keine tierischen Zutaten entdecken. Aber dann haben wir im Internet geschaut und erfahren, dass die Sachen selbstverständlich mit Katsuobushi gewürzt wurden, nur dass die Menge so klein ist, dass man sie nicht mehr deklarieren muss. Ein fantastische Information… Bevor wir gar nichts mehr unterwegs essen können kaufen wir die Sachen jetzt trotzdem.

    Liste vegetarischer Produkte im Kombini:

    Die wenigsten Snacks im japanischen Stil sind vegetarisch (die Kartoffelchips und so schon eher), aber die Kabukicracker sind es eigentlich immer (auch die großen, einzelnverpackten), man kann sie gut daran erkennen, dass irgendwo ein Kabukivorhang (rot-schwarz-grün-gestreift) aufgerdruckt ist – hier: unten in der Mitte.

    In allen großen Kombini (7eleven, Family Mart und Lawson) gibt es meistens
    Onigiri in Plum und Kombu und Inari-Sushi, bei den Snacks sind die Kabukiage Cracker vegetarisch sowie an der Kasse noch der gelb-oranger “Pizza”Kloß (Pizaman – der vom FamiMa ist am besten) und die Kartoffelrösti (Hashutopoteto)
    Außerdem gibt es im FamiMa noch eine Pizzatasche Margarita, die tatsächlich vegetarisch ist (Achtung, das gleiche Produkt im Lawson enthält Fisch!). Natürlich gibt es auch allerlei Kuchiges, da muss man einfach schauen. Sehr lecker finden wir das Oimopan (Süßkartoffelbrötchen) aus dem FamiMa. Generell sind die Süßkartoffel Süßspeisen überraschend lecker und immer wenn wir etwas neues in einer Süßkartoffelversion sehen, probieren wir es und sind eigentlich nie enttäuscht.

    Relevante Symbole sind 魚 (sakana, Fisch) und 肉 (niku, Fleisch). Sie stehen meist in einem Verbund mit anderen Kanji, aber wenn sie enthalten sind, kann man davon ausgehen, dass es nicht vegetarisch ist. Falls ihr Produkte findet, die ganz klar kein Fleisch enthalten, bei denen aber trotzdem 肉 auf der Liste steht, handelt es sich wahrscheinlich um Fruchtfleich 果肉 oder Zimt 肉桂 – also unbedenklich ; )
    Für alle die Kana lesen können, ist es ganz praktisch, dass die restlichen unvegetarischen Zutaten meistens in Kana geschrieben werden. Typische Vertreter sind hier チキン (chicken) ハム (ham) ベーコン (bacon) ビーフ (beef) ポーク (pork) くつお (katsuo) und natürlich ゼラチン (gelatin). Manchmal haben die Produkte auch eine Liste von “Allergenen”, bei denen dann aber Rind und Fisch nicht immer vermerkt werden.

    Manchmal kann man aber auch in Restaurants Glück haben. Hier unsere persönliche Liste für Orte an denen wir in Hokkaido Essen kaufen konnten.
    In Utoro haben wir in 2 Lokalen etwas gefunden. Aber nur vegetarisch, nicht vegan. Im Pirikaderikku haben wir eine Pizza Magharita und eine Pilz Pasta gegessen. Das klingt jetzt vielleicht langweilig, aber es war quasi nicht mit den entsprechend Gerichten in Deutschland zu vergleichen. Sehr lecker und der Betreiber des kleinen Ladens war total freundlich. Wir haben auch eine Portion Kartoffelsalat probiert und der war tatsächlich relativ ähnlich zu manchem deutschen Kartoffelsalat – lecker auf jeden Fall.

    das Pirikaderikku in Utoro

    Am nächsten Tag waren wir zum Mittag in Bon’s Home: Coffee Potato & Guest house. Wir haben dort eine Portion Kartoffeln mit Butter und einen Kartoffelauflauf gegessen. Der Auflauf ist standardmäßig mit Speck, aber es war kein Problem, ihn ohne Speck zu bekommen. Der Auflauf war gut, die Kartoffeln mit Butter waren sehr lecker. Von der Konsistenz her ungewohnt, aber nicht schlecht und auch geschmacklich ziemlich anders als die Sorten, die man in Deutschland im Supermarkt bekommt. Definitiv eine Empfehlung von uns, aber wisst, dass es sich um 3 relativ kleine Kartoffeln handelt, also mit viel Hunger lieber gleich 2 Portionen bestellen ; )

    In Kushiro haben wir am ersten Tag im Hamasushi gegessen. Hierbei handelt es sich um eine Sushikette, die einem das Sushi, dass man ein einem Touchscreen am Tisch bestellt auf personalisierten Laufbändern anreicht. Sobald man am Screen ein Gericht auswählt, ist es schon auf dem Weg zum Tisch. Wir waren noch mitten in der Bestellung als plötzlich schon das erste Tellerchen ankam und uns einigermaßen erschreckt hat. Die vegetarischen Sachen sind nicht ganz einfach zu finden, aber man kann das Menü auf Englisch stellen und in der Detailansicht von jedem Eintrag wird einem angezeigt, welche “Allergene” sich im Essen befinden. Da scheinbar das Konzept “vegetarisch” Japaner*innen völlig abgeht, kann man dadurch die eigentliche Filterfunktion, die es tatsächlich gibt nicht benutzen, denn wenn man alle unvegetarischen Inhaltssoffe als “Allergene” angibt, dann bleibt leider kein Produkt mehr übrig (vielleicht die Edamame). Es gibt nämlich eine Trennung zwischen “Zutaten” und “kann enthalten”, da produktionsbedingt fast an allen Gerichten Rückstände von Fisch etc. sind (besonders bei den fritierten Sachen macht das ja auch irgendwie Sinn) werden einem diese Gerichte auch mit einem Ausrufezeichen markiert. Wenn man das aber erstmal verstanden hat, kann man schnell schauen, ob es sich um tatsächliche Zutaten oder nur um Spuren handelt: Zutaten sind in den Allergenicons blau und Spuren grün.
    Wir haben alles Vegetarische ausprobiert, was es gab, und es war auch alles lecker, wir waren am Ende sehr satt und wir haben für 2 Personen insgesamt unter 14€ gezahlt. Tee und Wasser gibt es umsonst dazu. Die einzige Irritation war, dass es 3 Versionen Pommes gab (die übrigens genial frittiert waren, auch nachdem sie schon eine Weile rumgestanden hatten, waren sie immer noch total knusprig), eine davon war mit Butter und Sojasauce (also am interessantesten), aber diese Sorte enthält Gelatine und Rind..
    Am zweiten Tag wollten wir gerne zu einem vegetarisch/veganen Café gehen, dass auch Curry verkauft aber nachdem bereits der Wanderweg, den wir für den Tag geplant hatten, gesperrt war, hat es uns schon fast nicht mehr gewundert, dass auch das Café, zu dem wir extra eine ganze Weile lang hingelaufen sind, geschlossen hatte, weil der Eigentümer gerade auf einem Farmer’s Market im Nachbarort war. Von außen sah das Café sehr niedlich aus, schade. Dann eben Instant noodles im AirBnB.

    Am Sonntag waren wir in Biratori und die Lokale die wir ausprobieren wollten hatten geschlossen, aber wir haben 2 Mikrowellengerichte beim Lawson gefunden, die vegetarisch waren und haben uns also die in der Gemeinschaftsküche im Hostel warm gemacht und sie dort gegessen. Als wir mit den anderen Menschen dort ins Gespräch kamen und eine von ihnen gerade eine Pizza aß, haben wir auch erfahren, warum der Pizzateig im Pikaderikku so anders geschmeckt hat: Japaner machen auch in ihren Pizzateig Milch und Eier! Wir sind uns nicht mal sicher, ob überhaupt Hefe dran ist. Da auch das Topping anders ist, besitzt eine japanische Pizza mit einer italienischen Pizza vor allem optische Gemeinsamkeiten.

    In Noboribetsu haben wir an der Rezeption unseres Hostels gefragt, ob sie uns etwas empfehlen könnten, was vielleicht vegetarische Sachen anbietet und wurden auf einen nahegelegenen Yakitori-Laden verwiesen. Mit dieser Empfehlung gewappnet, machten wir uns auf den Weg und erklärten also der Bedienung, dass jemand anderes schon erklärt hätte, dass es für sie möglich ist, einfach Gemüse zu braten und das wir gerne das hätten. Daraufhin wurde uns in der Karte die Gemüsesektion gezeigt. Wir sind uns nicht sicher, ob das auch funktioniert hätte, wenn wir einfach gefragt hätten, ob etwas Vegetarisches im Angebot ist, denn Japaner scheinen tatsächlich im Allgemeinen gar kein Konzept davon zu haben, was das ist und sagen dann lieber direkt “nein, das geht nicht”. Wir haben uns quer durch das Gemüseyaki und die fleischlosen Tempura probiert und waren voll zufrieden! Alle waren auch sehr freundlich zu uns und wir haben nur auf einem Gericht Bonitohobel bekommen ; ) Wir haben sie jetzt aufgeklärt, dass auch das nicht vegetarisch ist und wenn ab und zu jemand vorbeikommt, der vegetarisches Essen bestellt, dann werden sie es sicherlich nicht vergessen. Wir lernen viel in Japan und hoffen, dass auch die ein oder der andere etwas von uns lernt.

    In Onumakoen haben wir 3 Sorten Kartoffelzubereitung gegessen. Es ist für uns ein bisschen verrückt “Jagabataa” (“KartofButter”) zu bestellen und eine kleine aufgeschnittene Kartoffel mit ein bisschen Butter daneben mit Stäbchen zu essen, aber es schmeckt gut und wir freuen uns, dass kein Tier zu Schaden gekommen ist. 😀 Außerdem hatten wir noch “Bataajaga” (“ButterKartof”), was das gleiche ist, und “Imodango” (“toffelkloß”), was ein sehr unspektakuläres Gericht ist.
    In Hakodate selbst haben wir nichts gegessen, weil wir am Abend ja noch nach Hachinohe fahren und dort in einem Restaurant essen wollten, dass bei den vegetarischen Läden auf dem Blog des Michinoku Coastal Trails erwähnt wird. Spoiler, das Restaurant existiert nicht.

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  • Hakodate

    Am 01.10. waren wir zuerst im nördlich von Hakodate gelegenen Onumakoen – ein Quasi-Nationalpark, in dem man einen Insel-Weg mit mehreren kleinen Brücken entlangspazieren kann. Der Park ist perfekt mit der Bahn zu erreichen und definitv eine Empfehlung, selbst wenn man nur einen Kurztrip nach Hakodate plant!

    Auf der gesamten Seefläche verteilen sich kleinere und größere Inselchen. Nicht alle sind mit Brücken verbunden, manche können nur von außen (gerne auch näher von einem Schwanentretboot aus) betrachtet werden.
    “Wenn wir dieses Bild so hochladen, wie es in echt ausgesehen hat, glaubt es uns keiner” – aber es war wirklich so extrem grün.
    Der ganze See war auch grün, irgendeine Alge hat einen wunderhübschen Marmoreffekt erzeugt (eines der wenigen Gewässer in Japan, die nicht perfekt klar waren)
    der sternförmige Grundriss

    Anschließend haben wir uns in der Stadt den Goryokaku Park angeschaut. Es handelt sich um den ehemaligen Magistratssitz und das ohnehin beeindruckende Hauptgebäude steht zwischen vielen superalten Kiefern, die dem ganzen zusätzliche Gravitas verleihen. Der Grundriss der Festung, die den gesamten Park beinhaltet hat die Form eines fünfzackigen Sterns, was ihr den Namen verleiht: Goryokaku bedeutet nämlich Fünf-Ecken-Fort.

    uralter Blauregen (wären wir im Mai gekommen, wäre sicherlich alles lila gewesen)

    Man hätte auch noch das Magistratgebäude von Innen betrachten können, aber wir wollten ja schon bald mit dem Shinkansen nach Honshu (die japanische Hauptinsel) fahren und haben uns lieber frühzeitig auf den Weg zurück zum Bahnhof gemacht. Die Fahrt ist wie erwartet reibungslos verlaufen und wir sind pünktlich in Hachinohe, der ersten Station des Michinoko Coastal Trails angekommen.

    Japanische Städte glänzen oft mit breiten Überflutungsgebieten neben ihren Gewässern – wenn man Glück hat, sind sie auch noch schön überwachsen.

    Ein bisschen aufregend war es dennoch: Leider haben wir an der Station festgestellt, dass wir (Jörg) den Ordner mit all unserer Reiseplanung, inklusive der Führerscheinübersetzung, beim Kauf der Tickets in Hokkaido am Schalter vergessen hatten. Glücklicherweise konnten wir mit gebrochenem Japanisch dank der hilfsbereiten Angestellten des Zugbetreibers JR organisieren, dass der Ordner an eine zukünftige Bleibe geschickt wurde.

    Es gibt hier keine Dämmerung. Es ist Tag bis 16:55, danach ist Nacht. Der Sonnenuntergang legt sich dafür besonders ins Zeug.
    Kommentare (3)

    3 Kommentare zu „Hakodate“

    1. Avatar von Heike Lehr
      Heike Lehr

      Welch wunderschöne Bilder – so stellt man sich Japan von seiner malerischsten Seite vor!
      Das habt ihr echt prima aufgenommen um uns teilhaben zu lassen.

      Gruß

      Heike

    2. Avatar von Esin
      Esin

      Hallo. Alle Informationen sind aufschlussreich und interrasant und alle Bilder sind einfach magisch und traumhaft. Viel Spaß. Herzliche Grüße. Esin

    3. Avatar von Elvira
      Elvira

      Die Insel-Landschaften mitsamt Brücken sind ausgesprochen schön anzusehen und das grün marmorierte Wasser lädt ebenfalls zu kontemplativer Betrachtung ein.

      Ich hoffe, der verlorene Ordner hat seinen Weg zu euch zurückgefunden ; )

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  • Noboribetsu

    Am Folgetag (30.09.) haben wir das Auto in der nächsten größeren Stadt (Tomakomai) wieder abgegeben. Jörg war sehr erleichtert, dass nichts passiert ist und wir wieder auf den Zug umsteigen konnten, um nach Noboribetsu zu kommen.

    Diese Stadt ist berühmt für ihre heißen Quellen und zwar nicht ohne Grund! In Jigokudani (“Hell Valley”) blubbert, brodelt und dampft es aus allen Ritzen. An den weniger angenehmen Schwefelgeruch gewöhnt man sich recht schnell und man fühlt sich ein bisschen wie auf einen anderen Planeten versetzt.

    Tessenike (Eisenteich) – ein Geysir, der gelegentlich noch sprüht, aber als wir da waren nicht. Außerdem ist der Name unklar, das Wasser sieht nicht aus, als wäre Eisen enthalten und es gab keine weitere Erklärung dazu.

    Der größte Vulkansee ist hier 22 Meter tief und hat am Boden eine Temperatur von 130° C und an der Oberfläche immer noch 50° C.

    Man beachte die komplett unterschiedliche Farbe der drei Becken, eines milchig hellblau, eines hat etwa normale Wasserfarbe und eines sieht aus wie flüssiger Teer.
    Der 377 Meter hohe aktive Vulkan Hiyori zeigt angeblich mit seinem aufsteigenden Rauch das kommende Wetter an – viel Rauch = das Wetter wird schlecht.
    Dieser Fluss ist warm!

    Ganz kostenfrei kann man sogar an einem Fluss im Wald ein warmes Fußbad nehmen – das Wasser fühlt sich hier sehr weich an und der Blick in die Bäume ist unglaublich entspannend. Nachdem wir schon länger zu Fuß unterwegs waren, war unser Fußbad nochmal extra effektiv : )

    Viele japanische Mauern sind wunderschön mit Moos überwachsen.
    Auf dem Hinweg haben wir diesen Geysir gar nicht bemerkt, aber auf dem Rückweg war er in einer besonders aktiven Phase, die man schon von Weitem hören konnte.

    Wegen des Hell Valleys steht in Noboribetsu alles voll mit Oni(Teufel)-Figuren. Typischerweise kommen die Oni in einem Pärchen – ein roter (aka) und ein blauer (ao) Oni, sie sind die Maskottchen der Stadt. Die Herberge in der wir übernacht haben hieß auch Noboribetsu Guesthouse Aka & Ao. Die Oni hier erschienen uns zum Glück freundlich gesinnt und so haben wir auch gerne Fotos von und mit ihnen gemacht!

    Die Straßenlaternen sind hier an Baumstämmen aufgehängt.
    schon ein bisschen Herbstlaub
    Kommentare (3)

    3 Kommentare zu „Noboribetsu“

    1. Avatar von Heike Lehr
      Heike Lehr

      hey, wieder sehr interessante Informationen und richtig schöne Bilder / Filme dazu.

      Weiter so! 🙂

    2. Avatar von Elvira
      Elvira

      Die Schwefel-Landschaften sind wunderschön!
      Und das warme Fußbad im Wald war sicherlich eine Wohltat 😌

    3. Avatar von Münnich Gabi
      Münnich Gabi

      Wieder wunderschöne Bilder und tolle Berichte von euch

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  • Biratori Niptani

    In der Ainu-Sprache heißen Häuser “Cise”.

    Wir sind rechtzeitig in Biratori angekommen, um noch in die Ausstellungen gehen zu können. Hier gibt es eine Art “Schaudorf” der indigenen Bevölkerung Hokkaidos. Die Ainu wurden damals von den japanischen Besatzern stark dezimiert und ihre Kultur und Sprache unterdrückt. Heute leben zwar immer noch Ainu auf Hokkaido, aber da die Insel von Japan annektiert wurde, mussten sie sich in die japanische Gesellschaft integrieren. Die Ainu selbst hatten kein Konzept von Grundbesitz und so hatten die Japaner damals ein leichtes Spiel, den Boden für sich zu beanspruchen und so zu tun, als hätte vorher niemand dort gelebt – schließlich hatte sonst niemand einen Anspruch auf das Land erhoben. Und so wurde diese eigentlich sehr gute Einstellung den Ainu zum Verhängnis.

    Schuhe aus Fischhaut – mit stylischen Flossen!
    ein Fischhaut-Gewand der Ainu

    In Niptani, einem Viertel von Biratori, gibt es mit 80% den höchsten Prozentsatz an Ainu-Einwohnern im ganzen Land und mehrere kleine Museen bzw. Sammlungen zeigen die Handwerkskunst und Lebensweise der damaligen und heutigen Ainu. Wichtig ist es der Ausstellung dabei klarzumachen, dass die Ainu nicht in der Vergangenheit verhaftet sind, sondern durchaus mit der Zeit gehen, ohne ihre Traditionen gänzlich zu vergessen.

    eine zeitgenössische Ainu-Schnitzerei
    In der Mitte sehen wir Fadenspulen mit integriertem Nadelhalter.
    Pfeifen mit Tabakkästchen
    Die flachen Hölzer sind Tukipasuy – sie werden zur Kommunikation mit den Göttern genutzt und dafür (wie in der Mitte zu sehen) auf eine Schale mit Sake gelegt. Sie sind offbar beseelte Gegenstände und sehr wichtig, was man auch an der Vielfalt und aufwändigen Verzierung erkennen kann.
    ein Alltagsgegenstand mit einer typischen Ainu-Schnitzung

    Man kann hier viele schöne, handgefertigte (aber auch Laser-gefräste) Holz-Artikel und Stoffe erwerben – alles mit den traditionellen Mustern verziert. Und in einem Ainu-geführten Hostel übernachten (was wir getan haben). Leider war am Abend der Tresen nicht mehr besetzt und so konnten wir uns nicht nochmal nach der Aussprache von Cip ta cikap kamuy erkundigen.

    Traditionelle Ainu Kleidung ist sowohl bestickt als auch mit extra Stoff besetzt, der auf einen Trägerstoff aufgenäht wird. Hier ist die Basis ein dunkelblauer Stoff, auf dem aufwändig ein weißer Stoff in einem geschlängelten Muster aufgebracht ist. Zusätzlich ist das Gewand mit verschiedenen Stickarten verziert.
    Ein Beweis für frühen Handel: Dieses Kleidungsstück wurde aus China importiert.
    Attus ist Stoff, der aus Rinde gewonnen wird. Dafür wird die Rinde gekocht, die inneren Fasern abgezogen und verzwirnt. Im abgebildeten Schritt werden die Fäden gespannt und verwebt. Eine detaillierte Erklärung findet ihr hier

    Dafür waren aber andere freundliche Menschen mit uns dort. Zum Beispiel Hajime Shinjo, ein Okinawaer, der eine Verbundenheit mit den Ainu verspürt, weil Japan bei der Annexion von Okinawa ähnlich verfahren ist, wie mit Hokkaido. Dieser Geist der Verbundenheit passt gut zum Ansatz in diesem “Kotan” (“Dorf” auf Ainu), denn es gibt hier auch eine Ausstellung der Sammlung von Shigeru Kanyano. Diese zeigt im zweiten Stock die Kultur anderer indigenen Völker in Fotos und Gegenständen, um Solidarität zwischen den verschiedenen Kulturen zu erzeugen, denen ein ähnliches Schicksal widerfahren ist. Kanyano selbst lernte die Sprache und Tradition der Ainu übrigens hauptsächlich von seiner Großmutter und setzte sich später stark für die Anerkennung und den Schutz der Ainu-Kultur ein.

    ein Fischhaut-Gewand der Nanai – Man nimmt an, dass die Kultur der Nanai und Ainu sich überschneidet.
    Yuriko Aoyagi mit ihren Tsurushibina (“Hängepuppen”) – fertig werden an roten Fäden aufgehängt, daher der Name.

    Wir trafen auch eine ältere Dame, die mit ihrem Mann zur ehrenamtlichen Arbeit gekommen war. Eigentlich ist sie Bäuerin und hat früher auch eine Herberge, auf ihrem Hof betrieben, aber das wäre heute zu stressig für sie – nebenbei ist sie nämlich auch Lehrerin für das Nähen von Omamori! Omamori sind eine Art Glückbringer, in diesem Fall kleine menschliche Figuren aus Stoff genäht und an roten Fäden aufgehängt. Früher hat man sie bei Kindern zum Schutz auf die Schultern des Hemds aufgenäht, aber das wird heutzutage nicht mehr gemacht. Auf unser Interesse hin, wurde uns natürlich spontan ein handgenähtes Omamori geschenkt, das uns jetzt also auf unserer restlichen Reise beschützen kann! Sie führt auch schon seit 17 Jahren einen Blog, wer Japanisch versteht kann ihn sich hier anschauen.

    Das hier soll ein Haus für Korpokkur sein – kleine Wesen, die nach Ainu-Sagen vor den Ainu auf Hokkaido gelebt haben. Ob sie wohl mit den Koroks aus Legend of Zelda verwandt sind?
    Kommentare (5)

    5 Kommentare zu „Biratori Niptani“

    1. Avatar von Heike Lehr
      Heike Lehr

      Interessante Exponate in den Ausstellungen.
      Und so ein Glückspüppchen kann nicht schaden 😉

      Weiterhin gute Reise und spannende Begegnungen!

      Gruß

      Heike

    2. Avatar von Helmut Peter
      Helmut Peter

      So lernt man Land, Leute und Geschichte kennen.
      Wieder sehr schöne Bilder mit toller Zusammenfassung euerer Eindrücke.

      Es macht richtig Spaß euere Reise im Blog zu verfolgen.
      Da wünsche ich euch doch gerne weiterhin eine schöne Zeit und uns weiterhin interessante Beiträge.

      Liebe Grüße

    3. Avatar von Rainer
      Rainer

      Wie sich die Kulturen ähneln, Glückspüppchen hab ich auch aus der Ukraine und kleine Leute gibt es auch in keltischen und germanischen Kulturen in Island gibt es sogar eine Feeenbeauftragte.

    4. Avatar von Münnich Gabi
      Münnich Gabi

      Wieder ein toller Bericht von euch beiden , sehr interessant!

    5. Avatar von Elvira
      Elvira

      Sehr interessant!
      Es freut mich, dass ihr so tolle Begegnungen mit den Menschen vor Ort habt und nun sogar einen Glücksbringer geschenkt bekommen habt, der euch auf eurer Reise begleitet 😊
      Das Korpokkur-Häuschen ist sehr süß 😍

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  • Fahrt nach Biratori

    der nicht besonders schöne Bahnhof von Kushiro

    Am nächsten Tag (29. September) haben wir ein Auto geliehen, um nach Biratori zu fahren: Jörg, der extra für 70€ seinen Führerschein hat übersetzen lassen, war sehr aufgeregt. Linksverkehr, Blinker auf der anderen Seite des Lenkrads und keine Ahnung vom japanischen Fahrverhalten.

    Wir haben den Mann im Verleih gefragt, was denn die Geschwindigkeitsbegrenzung sei und er riet uns einfach mit dem Fluss zu fahren und also die Geschwindigkeit des Autos vor uns zu übernehmen. Das war eine wichtige Information!

    Zuerst haben wir uns nämlich sehr penibel an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten (meistens 70, manchmal 80 km/h), aber nachdem uns die erste halbe Stunde jede Oma und jeder Bus überholt haben, hat Charlie mal nachgeschlagen, was da los ist und herausgefunden, dass scheinbar auf Grund eines Urteils aus dem letzten Jahrtausend keine Aufnahmen von Japanern gemacht werden dürfen, solange kein Straftatbestand vorliegt. Scheinbar ist das zu schnelle Fahren auf der Autobahn bis 39 km/h über der eigentlichen Geschwindigkeit nur eine Ordnungswidrigkeit und deswegen darf man damit nicht geblitzt werden, weswegen wirklich alle konsequent 30km/h über dem angegeben Tempo fahren. (Bitte beruft euch nicht auf unseren Blog, wenn ihr zu schnell fahrt!)

    Geschwindigkeitbegrenzung auf der bezahlten Schnellstraße: 70 km/h – das kleine Auto vor uns fährt 100

    Die Fahrt verlief störungsfrei und wir konnten noch etwas die schöne Landschaft Hokkaidos genießen! : )

    Hier sieht man nochmal anti-Eulen-Stangen an einer Brücke.
    Das sind 2 der 4 Hochhäuser von Tomamu. Hier wollten wir eigentlich auch hin (es gibt ganz touristische Dinge dort mit Wolken-Theme), aber wir haben es aus Zeitgründen gestrichen.
    Am Ende des Tages waren wir allein auf unserem Parkplatz – wir hatten gar nicht absichtlich so schön vor Stein geparkt!
    Kommentare (2)

    2 Kommentare zu „Fahrt nach Biratori“

    1. Avatar von Münnich Gabi
      Münnich Gabi

      tolle Bilder , wenig Verkehr auf der Strasse !

    2. Avatar von Elvira
      Elvira

      In der Tat – eine geradezu kunstvolle Komposition ist euch da beim Einparken gelungen 🤭

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  • Kushiro

    Sorry für die lange Pause! Nach Kushiro war plötzlich gar keine Zeit mehr!

    Dafür gibt es jetzt hoffentlich in den nächsten Tagen ein paar mehr Updates.

    Am 27. und 28. 09. waren wir in Kushiro!

    Den ersten Tag haben wir uns ein kleines bisschen ausgeruht und waren in einem japanischen Supermarkt, um für Charlie Ingwer zu kaufen (sie ist immer noch ein bisschen erkältet).

    Und uns ist die typische japanische Geschichte passiert: Wir konnten den frischen Ingwer nicht finden und auch kein Personal, das nicht ab der Kasse eingebunden war, und fragten also eine andere Kundin, die den Ingwer auch nicht finden konnte. Wir dachten, wir hätten uns auf “生姜ないならしょうがない” (ein Wortwitz: “Wenn es keinen Ingwer gibt, man nichts machen” aber es ist 2 mal das gleiche Geräusch “shouga nai nara shouga nai” – Jörg wurde sehr für sein Japanisch gelobt) geeinigt und sind auseinandergegangen. Aber 5 Minuten später, kam die Dame angerannt und rief “Ich hab’ den Ingwer gefunden, aber er kommt in sehr großen Portionen!” Sie hatte also eine Angestellte aufgetrieben und sie gefragt und musste uns dann auch noch im Laden suchen, weil wir den Ingwer schon längst aufgegeben hatten. Ich denke so eine Geschichte kann jede über Japan erzählen, die eine Woche lang da war und ein bisschen mit den Menschen interagiert hat.

    Außerdem hat uns unser Host gefragt, was wir am nächsten Tag machen und wir haben ihm erklärt dass wir mit dem Bus zum Feuchtgebiebt fahren wollen und wo wir den Bus nehmen werden. Er meinte, das würde ja zu Fuß ewig dauern zu der Haltestelle zu kommen und bot sich an, uns mit dem Auto dorthin zu fahren. Leider waren wir am nächsten Tag ein bisschen spät dran und die Fahrt dauerte etwa länger als antizipiert und natürlich haben wir den Bus verpasst. Daraufhin hat er uns selbst zum Feuchtgebiet gefahren! Und das ist ziemlich weit draußen! Er hat auch kein Geld von uns angenommen.

    Außerdem war es ein Glück im Unglück, denn eigentlich wollten wir den Bus zum Observatorium nehmen, das seinen eigenen Planken-Weg durch den Wald hat und über eine alte Bahnlinie, die als Wanderweg umfunktioniert wurde, mit dem Onnenai Besucherzentrum verbunden ist. Der Plan war, vom Observatorium über den Weg zum Besucherzentrum zu wandern, aber unser Host hat uns ausversehen direkt zum Besucherzentrum gefahren, weswegen wir dachten, wir laufen den Weg jetzt eben andersrum. Als wir das allerdings im Besucherzentrum ansprachen, erklärte man uns, dass vor einer Woche beim Wanderweg ein Bär gesehen wurde und deswegen dieser Weg und der gesamte Planken-Weg beim Observatorium gerade gesperrt ist.

    Diesen Weg wollten wir gerne gehen.
    Unser geplanter Weg war der, der da rechts aus der Karte führt, aber wir sind dann nur den großen Rundweg gegangen.

    Wenn wir zuerst mit dem Bus dorthin gefahren wären, wären wir ausgestiegen, hätten festgestellt, dass alles gesperrt ist und hätten 2 Stunden auf den nächsten Bus zum Besucherzentrum gewartet! So, konnten wir also einfach den Plankemweg um das Besucherzentrum ablaufen. Das war ganz interessant, aber wir haben uns ein bisschen geärgert, weil Charlie viel Zeit investiert hatte, diesen Weg zwischen den beiden Stationen zu recherchieren. Den läuft scheinbar so gut wie niemand und Charlie war sich zuerst nicht sicher, ob es ihn wirklich gibt. Also hat sie immer weiter gegraben und mit ihren Erkenntnissen unsere Tagestour geplant. Und dann war der Weg gesperrt : (
    Aber wie gesagt, das, was wir gesehen haben, war schön und kurz vor Ende ist uns auch noch jemand besonders hübsches vor die Kamera geraten!
    Ganz zu Anfang haben wir schon diesen Schönen hier gesehen, der ganz unbeeindruckt von den Menschen auf dem Planken-Weg vor sich hin graste.

    Viele Blüten gabt es zu dieser Zeit nicht mehr, aber ein paar haben wir noch gefunden.

    Eigentlich hätten auch Vögel unterwegs sein müssen (zum Beispiel diese Kraniche, die lebensgroß im Besucherzentrum ausgestellt waren), aber wir haben auf der gesamten Strecke keinen einzigen Vogel gesehen. Erst als wir wieder am Besucherzentrum waren, haben wir noch einen Buntspecht entdeckt.

    So schöne große Weberknechte! Im Wald haben wir viele mit super dünnen Beinen gesehen, die man nur erkennen konnte, weil sie weiße Knie hatten!

    Der Sumpf ist ein bisschen karg, aber es hat Spaß gemacht, durch diese ungewohnte Landschaft zu spazieren. Der Planken-Weg macht es auch einfach, sich fortzubewegen und verhindert, dass wir ausversehen in ein Loch fallen, aus dem wir nicht mehr rauskommen. Stellenweise war er auch ein Abenteuer-Parkour! Wir haben uns gewundert, dass so ein Weg in Japan nicht schon längst gesperrt ist, aber natürlich auch gefreut, dass wenigstens dieser Weg geöffnet war.

    Die ganze Zeit haben wir Ausschau gehalten, ob nicht doch vielleicht ein Salamander zum Sonnenbaden auf einem Stein auftaucht, aber leider haben wir keinen gefunden. Aber dafür ist plötzlich eine Schlange aufgetaucht, die sich eine ganze Weile brav hat fotografieren lassen, bevor sie sich wieder ins Dickicht zurückgezogen hat.

    Hier im Feuchtgebiet haben wir auch zum ersten mal Frage-und-Antwort-Schilder gesehen. Mittlerweise haben wir das gleiche Design auch noch in Noboribetsu gefunden, weswegen wir glauben, dass es möglicherweise universell sein könnte. Das Konzept ist wie folgt: auf dem ersten Schild wir eine Frage zum Gebiet gestellt und wenn man dem Weg folgt, trifft man auf der nächste Schild, dass die Frage beantwortet und dafür eine neue Frage stellt. Für uns hat das sehr gut funktioniert und das obwohl wir häufig die Fragen falsch haben.

    Halte durch, einsames Bäumchen!

    Wir haben uns viel Zeit gelassen, den Weg zu laufen, da wir ja eine längere Tour geplant hatten. Trotzdem waren wir nach 2 Stunden mit dem Weg durch und sind mit dem Bus zurück nach Kushiro.

    Hier haben wir uns dann ein bisschen den Park angeschaut und tatsächlich wieder ganz nah Rehe gesehen, die einfach auf dem Weg herumspazierten.

    Was wir nicht gesehen haben, waren Menschen. Das hat uns fast ein bisschen traurig gemacht, weil wir es aus Hamburg so gewohnt sind, dass alle schönen Parks die ganze Zeit von der Bevölkerung genutzt werden und hier in Kushiro ist ein wirklich schöner See, der zum Spazieren einläd und wir haben auf dem ganzen Weg vielleicht 6 andere Menschen angetroffen und Kushiro ist jetzt kein winziges Dorf, oder so. Ob alle anderen auf der Arbeit sind?

    Hier wollten wir eigentlich Essen gehen – ein vegetarisches Café, das auch ein Curry verkauft. Leider war der Inhaber auf einem Bauernmarkt im Nebenort.
    der Weg zurück zu unserem AirBnB

    Kommentare (5)

    5 Kommentare zu „Kushiro“

    1. Avatar von Münnich Gabi
      Münnich Gabi

      Wieder schöne Bilder und ein spannender Bericht, gute Besserung für Charlie

    2. Avatar von Heike Lehr
      Heike Lehr

      Sehr schöne Tier-Aufnahmen, besonders die “zahmen” Rehe und natürlich die Schlange,
      da habt ihr wirklich etwas Besonderes erlebt.

      Ich wünsche euch noch viele dieser spannenden Momente 🙂

      Heike

    3. Avatar von Heike Lehr
      Heike Lehr

      Papa hat gegoogelt: die Schlange ist wohl eine japanische Rattennatter.
      Sie wird zwischen 1,00 m – 2,50 m lang und ist ungiftig.

      1. Avatar von Charlie
        Charlie

        Ja, die Info hatten wir vergessen zu erwähnen, wir sind natürlich direkt mit unserem Foto in das Besucherzentrum und haben die Schlange identifizieren lassen: 縞蛇 (shimahebi – Streifenschlange) – Elaphe quadrivirgata, Japanische Vierstreifennatter. Auf Englisch auch, wie ihr gefunden habt: Japanese four-lined ratsnake! Ich werde das demnächst noch am Foto ergänzen.
        Sie war so süß, sah auch gar nicht giftig aus 😀

    4. Avatar von Elvira
      Elvira

      Ich stimme zu: Eure Fotos von den schönen Rehen, der kleinen Schlange, den Schmetterlingen usw. sind sehr gelungen. Toll, dass ihr die Tiere und Pflanzen auf so vorteilhafte Weise fotografisch einfangen konntet 😊

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  • Interessantes

    Hier sind die leuchtend roten Fürchte noch am Baum (Honoki-Magnolie)
    Makoto hält die Frucht der Honoki-Magnolie
    die Frucht der Honoki-Magnolie

    Hier sehen wir Makoto mit der Frucht einer Honoki-Magnolie (auf Japanisch einfach Hounoki – “Hou Baum”). Von außen sieht es ein bisschen aus wie eine Drachenfrucht, aber es handelt sich nicht um Obst, sondern es ist eine Sammelbalgfrucht. Eine andere Balgfrucht ist z.B. Sternanis (und kurioserweise auch Äpfel). Die Blätter dieser Magnolie heißen Houba (“Hou Blatt”) und werden in Gifu und Nagano zum Kochen verwendet. Die Blätter an sich sind nicht essbar, sie geben ihren Geschmack an das Essen ab, das sie umhüllen. Vielleicht können wir, wenn wir in Gifu sind, Houbayaki (“Hou Blatt Gebratenes”) probieren – mal sehen!

    Kein M&M, sondern der Samen der Honoki-Magnolie

    Der Wald hier in Shiretoko fühlt sich ähnlich an, wie ein deutscher Wald, aber die Pflanzen sind alle anders. Es gibt Tannen und Eichen, aber es sind andere Tannen und Eichen als bei uns. Die Tannen sind Sachalin Tannen und die Eichen sind wohl Japanische Kaiser-Eichen, die Blätter sind ganz anders als bei uns.

    Außerdem ist der Boden nicht nur von Farn bedeckt, sondern hauptsächlich von 2 Sorten Zwergbambus (ich meine es waren Kuma-Sasa (Mäusedorn Bambus) und Chishima-Sasa (Sasa Kurilensis – ich habe keinen Trivialnamen gefunden), aber wir konnten uns die Namen leider nicht so gut merken).

    Hierzu noch eine kleine Anekdote: Wir haben viele Bambusblätter gesehen, die in einem Zickzack-Muster abgefressen schienen. Es handelt sich hierbei um die Frasspruen eines Käfers, der an den Bambusblättern knabbert, die noch jung und eingerollt sind, faltet sich das Blatt später auf, erkennt man ein Muster – vom Prinzip her, wie wenn man an Weihnachten Schneeflocken aus Papier bastelt. Ist der Fraß zu stark, reißt das Blatt komplett ab und übrig bleiben nur gezackte Blattansätze.

    Hier erkennt man, dass das frühe Bambusblatt eingerollt ist – ein bisschen vor diesem Zeitpunkt schlägt der Käfer zu
    Hier hat der Käfer gleich zweimal abgebissen.
    Das Biss war zu groß, das Blatt ist abgerissen – sieht spannend aus, oder?
    Tannenmeise

    Auch die Vögel hier sind anders, wir haben eine “coal tit” (also Kohlmeise) gesehen, aber es ist nicht unsere Kohlmeise, sondern unsere Tannenmeise, die wir in Deutschland noch nicht zu Gesicht bekommen haben. Und wir haben einige Vögel gesehen, die ungefähr aussahen wie unsere Sperlinge, aber eben nicht ganz. Nur der Buntspecht scheint hier der gleiche zu sein wie bei uns im Wald! Zumindest der, den wir gesehen haben, sah exakt gleich aus.

    So groß wird der Schwarzspecht
    die Leibspeise des Schwarzspechts – Ameise

    Was wir auch gesehen haben, waren Spuren eines Schwarzspechts, den es Wikipedia zufolge auch in Deutschland geben sollte, aber wir haben bisher noch keinen angetroffen.

    Bis eben kannten wir aber auch die Spuren nicht: Hier an diesem Baum sind riesige Löcher, die der Specht einschlägt, um an seine Leibspeise Ameisen zu kommen. Die Ameisen haben ihren Bau den ganzen Stamm entlang und so behackt der Specht also den kompletten Stamm. Notfalls auch ganz unten, was etwas gefährlich wirkt.

    Foto: Wikipedia

    Wegen dieser Eigenschaft, dicke Stämme komplett auszuhöhlen, heißt der Schwarzspecht bei den Ainu Cip ta cikap kamuy – Boot-aushöhlender-Vogel-Gott. Denn die vom Schwarzspecht bearbeiteten Stämme, sehen fast aus wie ein Einbaum. Vielleicht finden wir in Biratori heraus, wie die genaue Aussprache ist.

    Den gibt es in Deutschland nicht: Giftefeu – nicht anfassen!

    Ein Berg, den man von den fünf Seen aus sehen konnte, hatte eine weiße Spitze. Das war kein Schnee, sondern Mineralablagerungen vom aktiven Vulkan.


    Dieser Baum ist gesund, denn seine Rinde ist intakt. Allerdings ist er durch das Fehlen seiner Mitte gefährdet, da der Wind ihn leicht umschubsen könnte. Zum Glück scheint er an dieser Stelle relativ geschützt zu sein. Generell sind die Bäume hier sehr anfällig für den Wind, man sieht viele Bäume, die in die gleich Richtung umgekippt sind. Das liegt daran, dass sie hier nur sehr flach wurzeln können, bevor sie auf den harten Stein der Vulkaninsel stoßen.

    Alle Bäume in diesem Gebiet wurzeln nicht sehr tief, aber diese Exemplare wachsen sogar direkt auf dem Felsen!
    irgendein megacooler Kugelmarienkäfer – er hat gar keine Flecken, nur ein rotes Schimmern
    Er trägt seine Flügelkappen wie ein dunkler Imperator

    An den Brücken sind weiße Stangen befestigt. Sie schützen Autos davor mit den gigantischen Riesenfischuhus zusammenzustoßen, die im Fluss unter der Brücke jagen. Mit ihrer Flügelspanne von 2m passen sie einfach nicht durch die 1m schmalen Zwischenräume der Stangen. Auf dem Weg Richtung Biratori haben wir die Stangen auch an anderen Brücken gesehen. Leider nicht den passenden Uhu dazu, denn erstens ist er nachtaktiv und zweitens gibt es wohl nur noch weniger als 1000 Tiere der Art : (

    weiße Stangen an der Brücke
    Diesen Fluss springen die Lachse zum Laichen inhauf und werden dabei von Bären, Uhus und Menschen gefangen
    Eine Stinkwanze – in unserem Hotel scheinbar eine saisonale Plage. Auf jedem Zimmer gab es Klebeband, um die Tiere vorsichtig aufzusammeln und ohne sie zu zerdrücken, zusammenzufalten und im Müll zu entsorgen. Ein bisschen grausam. Wir wissen nicht mal wie schlimm die Wanzen stinken..
    Auch diese Klippe ist stark vom Treibeis ausgehölt worden.

    Das war’s aus Utoro!

    Kommentare (5)

    5 Kommentare zu „Interessantes“

    1. Avatar von Herbert Münnich
      Herbert Münnich

      Hallo ihr Beiden, wieder so schöne Bilder und ein sehr interessanter Bericht, danke für eure Mühe
      Liebe Grüße

    2. Avatar von Rainer
      Rainer

      “Auch diese Klippe ist stark vom Treibeis ausgehölt worden.” hierbei ist zu bemerken, dass damit die “offene linke Seite ” der Klippe gemeint ist. Bei der Höhle rechts davon, die in den Berg hineingeht, handelt es sich eher um eine sogenannte Lavaröhre. Die entsteht, wenn der Lavastrom außen, im Kontakt zum Wasser, schnell abkühlt und erstarrt, die Lava im inneren aber noch heiß und flüssig ist und deshalb weiter fließt.

      1. Avatar von Heike Lehr
        Heike Lehr

        Spannende und interessante Berichte – es macht viel Freude sie zu lesen.

        Viel Vergnügen weiterhin!

        Heike

      2. Avatar von Charlie
        Charlie

        Guck mal! Die Höhle hatte ich nicht mal bemerkt, ich war so von diesem Überhang links abgelenkt. Interessant!

    3. Avatar von Elvira
      Elvira

      Danke für den interessanten Bericht.
      Die Bäume auf den Felsen, der Baum ohne Mitte und der dunkle Imperator haben mir besonders gefallen : )

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  • Shiretoko Urwaldtour

    Wir hatten absichtlich für den zweiten Tag nichts in Utoro geplant, denn wir wollten unbedingt die 5 Seen sehen und waren nicht sicher, ob das klappen würde, da es viele Faktoren gab, die hätten schiefgehen können: Vielleicht kriegen wir den Bus nicht und schaffen es nicht rechtzeitig zur Führung, oder das Wetter ist so schlecht, dass man vor lauter Regen nichts sehen kann, oder der Park ist wegen einer Bärensichtung gesperrt. All dies ist nicht passiert und so hatten wir unseren “Sicherheitstag” nun also frei für andere Dinge. Als wir Makoto davon erzählten, meinte er gleich, dass er uns auch noch einen Urwald zeigen könnte und natürlich haben wir da nicht nein gesagt!

    der Weg zum Urwald von der Straße – wir haben extra Regenhosen und Gummistiefel gegen die Zecken im hohen Bambusgras bekommmen

    Das Wetter war allerdings wechselhaft und windig. Auf Japanisch sagt man offenbar Kitsune no yome iri, was so viel heißt wie “der Fuchs heiratet” – und Wetter beschreibt, bei dem es sowohl regenet als auch die Sonne scheint. Auf Grund des Windes hatten sich wohl viele Tiere zurückgezogen, weswegen wir nur ein paar Insekten und Vögel gesehen haben. Aber auch wieder ein paar Spuren: Hier hat ein Bär ein Wespennest ausgegraben. Braunbären fressen offenbar gerne Wespenbrut und dass sie gestochen werden, stört sie scheinbar nicht weiter.


    Hier ist die Grenze zwischen dem Wald zweiter Generation, der hier selbsständig nachgewachsen ist, nachdem japanische Siedler*innen zuvor den Wald abgeholzt haben, um Kartoffelfelder zu pflanzen und dem echten Urwald, der nie abgeholz wurde.

    Urwald
    Wald zweiter Generation

    In letzterem wachsen hauptsächlich die Sachalin-Tannen, die aber auf Grund der wärmer werdenen Temperaturen immer weiter verdrängt werden. Hier im Norden Hokkaidos stehen sie noch und wachsen besonders gut auch ohne Licht. Wenn die Baumkronen sich schließen und den Waldboden für andere Pflanzen unbewohnbar machen, gedeihen die kleinen Tannen weiterhin, bis sie selbst zu großen Lichtschluckern werden.

    kleine Tannen, ein und zwei Jahre alt

    Es gibt aber auch viele Eichen, die dieses Jahr besonders viele Eicheln produziert haben, sodass teilweise eine fast geschlossene Decke aus Eicheln bestand. Ein, zwei davon haben sicherlich die Chance, mit den Tannen zu konkurrieren.

    Rechts und links von uns ist Wald!

    Hier hat der Wind eine Lichtung ausgefräst. Da in diesem Stück jedes Jahr starke Winde vom Berg zum Meer und wieder zurückwehen (abhängig von der Jahreszeit), kann sich kein Wald etablieren, das Geiebt gehört den kleineren Stauden und Gräsern.

    Wenn man genau hinschaut, kann man einen Vogel auf diesem Bild finden

    An den szenischen Klippen hier erkennt man eine Besonderheit dieser Gegend: Stellenweise wirkt der Stein wie ausgehöhlt! Diese Abtragungen entstehen durch das Treibeis, das im Winter gegen die Felsen reibt. Das ist natürlich ein sehr sehr langwieriger Prozess, an anderen Stellen sind die Klippen abgebrochen und werden erst in vielen vielen Jahrhunderten wieder durch das Eis ausgehölt werden.

    In dieser Auskerbung ist auch ein kleiner Wasserfall versteckt, der tatsächlich eine Quelle ist, also kein Fluss oder Regenwasser, sondern einfach wasser aus dem Boden. Für manche Leute ist das vielleicht normal, aber wir finden das faszinierend ^^”

    Sieht ein bisschen aus wie ein Elefant
    Sieht aus wie ein Buch oder so
    Tannenmeise
    Kommentare (3)

    3 Kommentare zu „Shiretoko Urwaldtour“

    1. Avatar von Heike Lehr
      Heike Lehr

      Coole Fotos!

      Gruß Heike

    2. Avatar von Münnich Gabi
      Münnich Gabi

      Sehr schöne Bilder und ein toller Bericht , danke dafür

    3. Avatar von Elvira
      Elvira

      Die Klippen sind wunderschön – so farbenfroh : )

      (+ Vogelsichtung geglückt ; )

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