Shiretoko Urwaldtour

Wir hatten absichtlich für den zweiten Tag nichts in Utoro geplant, denn wir wollten unbedingt die 5 Seen sehen und waren nicht sicher, ob das klappen würde, da es viele Faktoren gab, die hätten schiefgehen können: Vielleicht kriegen wir den Bus nicht und schaffen es nicht rechtzeitig zur Führung, oder das Wetter ist so schlecht, dass man vor lauter Regen nichts sehen kann, oder der Park ist wegen einer Bärensichtung gesperrt. All dies ist nicht passiert und so hatten wir unseren “Sicherheitstag” nun also frei für andere Dinge. Als wir Makoto davon erzählten, meinte er gleich, dass er uns auch noch einen Urwald zeigen könnte und natürlich haben wir da nicht nein gesagt!

der Weg zum Urwald von der Straße – wir haben extra Regenhosen und Gummistiefel gegen die Zecken im hohen Bambusgras bekommmen

Das Wetter war allerdings wechselhaft und windig. Auf Japanisch sagt man offenbar Kitsune no yome iri, was so viel heißt wie “der Fuchs heiratet” – und Wetter beschreibt, bei dem es sowohl regenet als auch die Sonne scheint. Auf Grund des Windes hatten sich wohl viele Tiere zurückgezogen, weswegen wir nur ein paar Insekten und Vögel gesehen haben. Aber auch wieder ein paar Spuren: Hier hat ein Bär ein Wespennest ausgegraben. Braunbären fressen offenbar gerne Wespenbrut und dass sie gestochen werden, stört sie scheinbar nicht weiter.


Hier ist die Grenze zwischen dem Wald zweiter Generation, der hier selbsständig nachgewachsen ist, nachdem japanische Siedler*innen zuvor den Wald abgeholzt haben, um Kartoffelfelder zu pflanzen und dem echten Urwald, der nie abgeholz wurde.

Urwald
Wald zweiter Generation

In letzterem wachsen hauptsächlich die Sachalin-Tannen, die aber auf Grund der wärmer werdenen Temperaturen immer weiter verdrängt werden. Hier im Norden Hokkaidos stehen sie noch und wachsen besonders gut auch ohne Licht. Wenn die Baumkronen sich schließen und den Waldboden für andere Pflanzen unbewohnbar machen, gedeihen die kleinen Tannen weiterhin, bis sie selbst zu großen Lichtschluckern werden.

kleine Tannen, ein und zwei Jahre alt

Es gibt aber auch viele Eichen, die dieses Jahr besonders viele Eicheln produziert haben, sodass teilweise eine fast geschlossene Decke aus Eicheln bestand. Ein, zwei davon haben sicherlich die Chance, mit den Tannen zu konkurrieren.

Rechts und links von uns ist Wald!

Hier hat der Wind eine Lichtung ausgefräst. Da in diesem Stück jedes Jahr starke Winde vom Berg zum Meer und wieder zurückwehen (abhängig von der Jahreszeit), kann sich kein Wald etablieren, das Geiebt gehört den kleineren Stauden und Gräsern.

Wenn man genau hinschaut, kann man einen Vogel auf diesem Bild finden

An den szenischen Klippen hier erkennt man eine Besonderheit dieser Gegend: Stellenweise wirkt der Stein wie ausgehöhlt! Diese Abtragungen entstehen durch das Treibeis, das im Winter gegen die Felsen reibt. Das ist natürlich ein sehr sehr langwieriger Prozess, an anderen Stellen sind die Klippen abgebrochen und werden erst in vielen vielen Jahrhunderten wieder durch das Eis ausgehölt werden.

In dieser Auskerbung ist auch ein kleiner Wasserfall versteckt, der tatsächlich eine Quelle ist, also kein Fluss oder Regenwasser, sondern einfach wasser aus dem Boden. Für manche Leute ist das vielleicht normal, aber wir finden das faszinierend ^^”

Sieht ein bisschen aus wie ein Elefant
Sieht aus wie ein Buch oder so
Tannenmeise

Kommentare

3 Kommentare zu „Shiretoko Urwaldtour“

  1. Avatar von Heike Lehr
    Heike Lehr

    Coole Fotos!

    Gruß Heike

  2. Avatar von Münnich Gabi
    Münnich Gabi

    Sehr schöne Bilder und ein toller Bericht , danke dafür

  3. Die Klippen sind wunderschön – so farbenfroh : )

    (+ Vogelsichtung geglückt ; )

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