Kushiro

Sorry für die lange Pause! Nach Kushiro war plötzlich gar keine Zeit mehr!

Dafür gibt es jetzt hoffentlich in den nächsten Tagen ein paar mehr Updates.

Am 27. und 28. 09. waren wir in Kushiro!

Den ersten Tag haben wir uns ein kleines bisschen ausgeruht und waren in einem japanischen Supermarkt, um für Charlie Ingwer zu kaufen (sie ist immer noch ein bisschen erkältet).

Und uns ist die typische japanische Geschichte passiert: Wir konnten den frischen Ingwer nicht finden und auch kein Personal, das nicht ab der Kasse eingebunden war, und fragten also eine andere Kundin, die den Ingwer auch nicht finden konnte. Wir dachten, wir hätten uns auf “生姜ないならしょうがない” (ein Wortwitz: “Wenn es keinen Ingwer gibt, man nichts machen” aber es ist 2 mal das gleiche Geräusch “shouga nai nara shouga nai” – Jörg wurde sehr für sein Japanisch gelobt) geeinigt und sind auseinandergegangen. Aber 5 Minuten später, kam die Dame angerannt und rief “Ich hab’ den Ingwer gefunden, aber er kommt in sehr großen Portionen!” Sie hatte also eine Angestellte aufgetrieben und sie gefragt und musste uns dann auch noch im Laden suchen, weil wir den Ingwer schon längst aufgegeben hatten. Ich denke so eine Geschichte kann jede über Japan erzählen, die eine Woche lang da war und ein bisschen mit den Menschen interagiert hat.

Außerdem hat uns unser Host gefragt, was wir am nächsten Tag machen und wir haben ihm erklärt dass wir mit dem Bus zum Feuchtgebiebt fahren wollen und wo wir den Bus nehmen werden. Er meinte, das würde ja zu Fuß ewig dauern zu der Haltestelle zu kommen und bot sich an, uns mit dem Auto dorthin zu fahren. Leider waren wir am nächsten Tag ein bisschen spät dran und die Fahrt dauerte etwa länger als antizipiert und natürlich haben wir den Bus verpasst. Daraufhin hat er uns selbst zum Feuchtgebiet gefahren! Und das ist ziemlich weit draußen! Er hat auch kein Geld von uns angenommen.

Außerdem war es ein Glück im Unglück, denn eigentlich wollten wir den Bus zum Observatorium nehmen, das seinen eigenen Planken-Weg durch den Wald hat und über eine alte Bahnlinie, die als Wanderweg umfunktioniert wurde, mit dem Onnenai Besucherzentrum verbunden ist. Der Plan war, vom Observatorium über den Weg zum Besucherzentrum zu wandern, aber unser Host hat uns ausversehen direkt zum Besucherzentrum gefahren, weswegen wir dachten, wir laufen den Weg jetzt eben andersrum. Als wir das allerdings im Besucherzentrum ansprachen, erklärte man uns, dass vor einer Woche beim Wanderweg ein Bär gesehen wurde und deswegen dieser Weg und der gesamte Planken-Weg beim Observatorium gerade gesperrt ist.

Diesen Weg wollten wir gerne gehen.
Unser geplanter Weg war der, der da rechts aus der Karte führt, aber wir sind dann nur den großen Rundweg gegangen.

Wenn wir zuerst mit dem Bus dorthin gefahren wären, wären wir ausgestiegen, hätten festgestellt, dass alles gesperrt ist und hätten 2 Stunden auf den nächsten Bus zum Besucherzentrum gewartet! So, konnten wir also einfach den Plankemweg um das Besucherzentrum ablaufen. Das war ganz interessant, aber wir haben uns ein bisschen geärgert, weil Charlie viel Zeit investiert hatte, diesen Weg zwischen den beiden Stationen zu recherchieren. Den läuft scheinbar so gut wie niemand und Charlie war sich zuerst nicht sicher, ob es ihn wirklich gibt. Also hat sie immer weiter gegraben und mit ihren Erkenntnissen unsere Tagestour geplant. Und dann war der Weg gesperrt : (
Aber wie gesagt, das, was wir gesehen haben, war schön und kurz vor Ende ist uns auch noch jemand besonders hübsches vor die Kamera geraten!
Ganz zu Anfang haben wir schon diesen Schönen hier gesehen, der ganz unbeeindruckt von den Menschen auf dem Planken-Weg vor sich hin graste.

Viele Blüten gabt es zu dieser Zeit nicht mehr, aber ein paar haben wir noch gefunden.

Eigentlich hätten auch Vögel unterwegs sein müssen (zum Beispiel diese Kraniche, die lebensgroß im Besucherzentrum ausgestellt waren), aber wir haben auf der gesamten Strecke keinen einzigen Vogel gesehen. Erst als wir wieder am Besucherzentrum waren, haben wir noch einen Buntspecht entdeckt.

So schöne große Weberknechte! Im Wald haben wir viele mit super dünnen Beinen gesehen, die man nur erkennen konnte, weil sie weiße Knie hatten!

Der Sumpf ist ein bisschen karg, aber es hat Spaß gemacht, durch diese ungewohnte Landschaft zu spazieren. Der Planken-Weg macht es auch einfach, sich fortzubewegen und verhindert, dass wir ausversehen in ein Loch fallen, aus dem wir nicht mehr rauskommen. Stellenweise war er auch ein Abenteuer-Parkour! Wir haben uns gewundert, dass so ein Weg in Japan nicht schon längst gesperrt ist, aber natürlich auch gefreut, dass wenigstens dieser Weg geöffnet war.

Die ganze Zeit haben wir Ausschau gehalten, ob nicht doch vielleicht ein Salamander zum Sonnenbaden auf einem Stein auftaucht, aber leider haben wir keinen gefunden. Aber dafür ist plötzlich eine Schlange aufgetaucht, die sich eine ganze Weile brav hat fotografieren lassen, bevor sie sich wieder ins Dickicht zurückgezogen hat.

Hier im Feuchtgebiet haben wir auch zum ersten mal Frage-und-Antwort-Schilder gesehen. Mittlerweise haben wir das gleiche Design auch noch in Noboribetsu gefunden, weswegen wir glauben, dass es möglicherweise universell sein könnte. Das Konzept ist wie folgt: auf dem ersten Schild wir eine Frage zum Gebiet gestellt und wenn man dem Weg folgt, trifft man auf der nächste Schild, dass die Frage beantwortet und dafür eine neue Frage stellt. Für uns hat das sehr gut funktioniert und das obwohl wir häufig die Fragen falsch haben.

Halte durch, einsames Bäumchen!

Wir haben uns viel Zeit gelassen, den Weg zu laufen, da wir ja eine längere Tour geplant hatten. Trotzdem waren wir nach 2 Stunden mit dem Weg durch und sind mit dem Bus zurück nach Kushiro.

Hier haben wir uns dann ein bisschen den Park angeschaut und tatsächlich wieder ganz nah Rehe gesehen, die einfach auf dem Weg herumspazierten.

Was wir nicht gesehen haben, waren Menschen. Das hat uns fast ein bisschen traurig gemacht, weil wir es aus Hamburg so gewohnt sind, dass alle schönen Parks die ganze Zeit von der Bevölkerung genutzt werden und hier in Kushiro ist ein wirklich schöner See, der zum Spazieren einläd und wir haben auf dem ganzen Weg vielleicht 6 andere Menschen angetroffen und Kushiro ist jetzt kein winziges Dorf, oder so. Ob alle anderen auf der Arbeit sind?

Hier wollten wir eigentlich Essen gehen – ein vegetarisches Café, das auch ein Curry verkauft. Leider war der Inhaber auf einem Bauernmarkt im Nebenort.
der Weg zurück zu unserem AirBnB


Kommentare

5 Kommentare zu „Kushiro“

  1. Avatar von Münnich Gabi
    Münnich Gabi

    Wieder schöne Bilder und ein spannender Bericht, gute Besserung für Charlie

  2. Avatar von Heike Lehr
    Heike Lehr

    Sehr schöne Tier-Aufnahmen, besonders die “zahmen” Rehe und natürlich die Schlange,
    da habt ihr wirklich etwas Besonderes erlebt.

    Ich wünsche euch noch viele dieser spannenden Momente 🙂

    Heike

  3. Avatar von Heike Lehr
    Heike Lehr

    Papa hat gegoogelt: die Schlange ist wohl eine japanische Rattennatter.
    Sie wird zwischen 1,00 m – 2,50 m lang und ist ungiftig.

    1. Avatar von Charlie
      Charlie

      Ja, die Info hatten wir vergessen zu erwähnen, wir sind natürlich direkt mit unserem Foto in das Besucherzentrum und haben die Schlange identifizieren lassen: 縞蛇 (shimahebi – Streifenschlange) – Elaphe quadrivirgata, Japanische Vierstreifennatter. Auf Englisch auch, wie ihr gefunden habt: Japanese four-lined ratsnake! Ich werde das demnächst noch am Foto ergänzen.
      Sie war so süß, sah auch gar nicht giftig aus 😀

  4. Ich stimme zu: Eure Fotos von den schönen Rehen, der kleinen Schlange, den Schmetterlingen usw. sind sehr gelungen. Toll, dass ihr die Tiere und Pflanzen auf so vorteilhafte Weise fotografisch einfangen konntet 😊

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert